Keine Panik, bevor jetzt die Unternehmensberater Schnappatmung bekommen: Natürlich solltest du einen Businessplan schreiben. Für dich selbst brauchst du in erster Linie einen groben Plan, eine Vision und ein Ziel, auf das du hinarbeitest. Einen ausführlichen Businessplan benötigst du eigentlich nur dann, wenn Banken oder Behörden ihn verlangen – zum Beispiel, weil du einen Kredit oder Fördermittel beantragen möchtest. Und jetzt zur Realität. Ein Businessplan ist kein Drehbuch für dein zukünftiges Unternehmen. Er ist eher eine Momentaufnahme dessen, was du heute glaubst, dass morgen passieren könnte. Und genau da liegt das Problem. Du kannst tagelang überlegen, welche Schwierigkeiten auftreten könnten. Du kannst jedes Risiko analysieren und jede Zahl dreimal nachrechnen. Die Wahrscheinlichkeit ist trotzdem erstaunlich hoch, dass genau diese Probleme niemals eintreten. Stattdessen kommen andere. Das Leben interessiert sich nämlich herzlich wenig für deinen Businessplan. Vielleicht kündigt dein erster Kunde nach zwei Wochen. Vielleicht ruft plötzlich ein Großkunde an. Vielleicht geht deine Maschine kaputt. Vielleicht läuft alles besser als gedacht. Vielleicht schlechter. Willkommen im Unternehmertum. Deshalb brauchst du den Businessplan nicht, weil er die Zukunft kennt. Du brauchst ihn, weil er dir hilft, deine Gedanken zu ordnen und mit einem Plan zu starten. Aber irgendwann solltest du den Laptop zuklappen. Denn während manche ihren Businessplan zum zwölften Mal überarbeiten, hat jemand anderes längst gegründet, die ersten Fehler gemacht, die ersten Kunden gewonnen und verdient bereits Geld. Mein Rat lautet deshalb: Schreibe einen groben Businessplan. Aber glaube nicht, dass er die Zukunft vorhersagt. Das kann nicht einmal deine Schwiegermutter. Und falls doch einmal etwas schiefgeht, ist das kein Zeichen dafür, dass dein Businessplan schlecht war. Es bedeutet lediglich, dass du Unternehmer bist. Probleme gehören zur Selbstständigkeit wie Schmutz zur Gebäudereinigung. Du wirst sie nicht verhindern – aber du kannst lernen, sie zu lösen. Und genau das macht am Ende den Unterschied zwischen jemandem, der ewig plant, und jemandem, der erfolgreich ein Unternehmen aufbaut.
Also, fang einfach an. Just do it!
