Die Frage „Wie viel kostet eine Existenzgründung?“ wird mir regelmäßig gestellt. Meine ehrliche Antwort? Es kommt darauf an – aber vermutlich weniger, als du denkst. Ich selbst habe mit ungefähr 100 Euro angefangen. Ohne Plan aber mit einer Mischung aus Mut, Naivität und dem Hauptargument 🤷♂️ Was hab ich schon zu verlieren. Ich habe mir einen Glasreinigungseimer gekauft, meinen Job gekündigt und hatte ehrlich gesagt keine Ahnung, was in den nächsten Jahren auf mich zukommen würde. Dann ging die Reise los, mit allen Höhen und Tiefen. Mit Kunden, die ich nie vergessen werde. Und mit einigen Fehlern, die ich heute garantiert nicht noch einmal machen würde. Empfehlen würde ich diesen Start allerdings niemandem. Nur weil etwas funktioniert hat, bedeutet das nicht, dass es der beste Weg war.
Viele Menschen glauben, sie bräuchten zuerst zehntausende Euro und einen Businessplan, der aussieht, als hätte ihn ein Wirtschaftsprofessor geschrieben. Die Realität sieht oft ganz anders aus.
Viel wichtiger als ein großes Startkapital sind:
Auch wenn du keine Unsummen investieren musst, solltest du eines vermeiden: Geiz. Wer mit einem wackeligen Ein-Euro-Eimer, billigen Reinigungsmitteln und einem Fahrzeug unterwegs ist, das aussieht, als hätte es den Mauerfall miterlebt, wird es schwer haben, einen hochwertigen Eindruck zu hinterlassen. Natürlich musst du nicht sofort den neuesten Transporter kaufen. Aber Kunden kaufen nicht nur deine Leistung. Sie kaufen auch Vertrauen. Und dazu gehört ein gepflegtes Auftreten.
Je nach Geschäftsmodell solltest du für den Start mit 1.000 bis 5.000 Euro rechnen. Wer direkt Mitarbeiter beschäftigt, ein Firmenfahrzeug kauft oder Maschinen anschafft, benötigt häufig 10.000 bis 50.000 Euro oder mehr.
Es kommt also darauf an wie du beginnst. Hast du schon Aufträge, sehr gut. Dann musst du zum Start auch etwas mehr Investieren.
Die eigentliche Antwort lautet: Nicht nur Geld. Eine Existenzgründung kostet Zeit. Sie kostet Mut. Sie kostet Disziplin. Manchmal kostet sie Nerven. Und gelegentlich kostet sie dich auch schlaflose Nächte. Wenn du jedoch bereit bist, diesen Preis zu zahlen, bekommst du etwas zurück, das unbezahlbar ist: Die Möglichkeit, dein eigenes Unternehmen aufzubauen und deinen eigenen Weg zu gehen.
Ich würde heute nicht mehr mit 100 Euro gründen. Ich würde wesentlich mehr Investieren und einige Fehler vermeiden. Aber eines würde ich genauso machen wie damals: Einfach anfangen. Denn der perfekte Zeitpunkt kommt selten. Und während andere noch überlegen, ob sie bereit sind, sammelst du bereits Erfahrungen, gewinnst deine ersten Kunden und baust dir Schritt für Schritt dein eigenes Unternehmen auf.
